Kurzinformation


S T I F T U N G
Dokumentation
der Jugendbewegung

Sitz der Stiftung:
Archiv Burg Ludwigstein
37214 Witzenhausen

Die Ziele unserer Stiftung

Aus dem Gründungsaufruf und der Präambel der Stiftungsverfassung

"Wir errichten diese Stiftung aus unserer besonderen Verantwortung für das Erbe der deutschen Jugendbewegung, das im Archiv Burg Ludwigstein dokumentiert und erforscht wird. Damit stellen wir uns an die Seite der Stiftung Jugendburg Ludwigstein und Archiv der deutschen Jugendbewegung. Wir laden Mitglieder der früheren und heutigen Bünde, Verbände und Freundeskreise der Jugendbewegung sowie Personen und Institutionen aus der Wissenschaft ein, sich an diesem Gemeinschaftswerk zu beteiligen."

(Die Stiftung wurde am 29. April 2000 bei der Stifterversammlung im Rathaus zu Witzenhausen gegründet.)

Zum Sinn und zum Zweck der Stiftung

Prof. Dr. Arno Klönne zur Verleihung der Stiftungsurkunde

In Nordhessen sind die beiden wichtigsten symbolischen Orte aus der Geschichte der klassischen deutschen Jugendbewegung zu finden: der Hohe Meißner, auf dem 1913 Wandervogelbünde und Reformpädagogen die "Freideutsche Jugend" ausriefen, und die Jugendburg Ludwigstein, die nach dem Ersten Weltkrieg zum Treffpunkt der "bewegten" Jugendbünde wurde. In jugendbündischer Eigeninitiative entstand schon vor 1933 hier ein Archiv der Jugendbewegung, dessen Bestände dann durch den Zugriff des "Dritten Reiches" weitgehend verloren gingen. Nach 1945 wurde mit dieser Sammlung neu begonnen, und inzwischen ist daraus eines der ergiebigsten kulturgeschichtlichen Archive in der Bundesrepublik geworden, professionell betreut, stetig sich erweiternd, mit großem fachlichen Prestige hierzulande und im Ausland, eine vielgenutzte Basis für wissenschaftliche Forschungen und Publikationen, aber auch für die historisch politische Bildung.

Das Archiv der deutschen Jugendbewegung auf der Burg Ludwigstein ist thematisch konkurrenzlos, es gibt keine vergleichbare Dokumentation zur Geschichte der "bewegten" Jugend seit Anfang des vorigen Jahrhunderts mit den vielen darin liegenden Bezügen zur Geschichte der Lebensreformer, der Reformpädagogen und der frühen Ökologen. Hochinteressantes Material bietet das Archiv auch zur Geschichte des Nationalsozialismus. Dem Archiv mangelt es nicht an Beständen und archivalischen Schätzen, nicht an Nutzung und öffentlichem Interesse, auch nicht an sachverständiger Auswertung, und es hat seit Jahren schon erfreuliche finanzielle Förderung durch die öffentliche Hand und durch "Ehemalige" aus den Jugendbünden gefunden. Aber das reicht nicht hin, um die Tätigkeit des Archivs auf die Zukunft hin zu sichern und auszubauen.

Hier will die neugegründete "Stiftung Dokumentation der Jugendbewegung" helfen und weitere materielle Ressourcen erschließen. Sie setzt darauf, daß es ein wachsendes Bewußtsein für die Notwendigkeit gibt, aus der Gesellschaft selbst heraus etwas zum Erhalt, zur Pflege und zur Nutzung des historischen kulturellen Erbes zu tun. Die Geschichte der Jugendbewegung ist ein unverzichtbarer und hochinteressanter Bestandteil des gemeinsamen Gedächtnisses, das eine moderne Gesellschaft braucht.

(Rede anläßlich der Verleihung der Stiftungsurkunde am 10. 8. 2000)

Regierungspräsidentin Oda Scheibelhuber (Kassel)
zur Übergabe der Stiftungsurkunde

(Ausschnitte der Ansprache)

Bei "...der Stiftung Dokumentation der Jugendbewegung handelt es sich - kurz gesagt - um Engagement für die Sicherung der Kenntnisse über Gründe für Engagement. Denn hier im Archiv der deutschen Jugendbewegung ist das gesammelt, was Grundlage von Jugendengagement in der Vergangenheit war und was eventuell auch wieder Grundlage für steigendes Jugendengagement in der Zukunft sein kann.

Es ist ein positives Signal, dass sich Menschen gefunden haben, die die finanziellen Probleme des Archivs nicht als unveränderlich oder als alleinige Aufgabe staatlicher Institutionen sehen, sondern zu seiner Beseitigung oder Verringerung aufrufen. Sie, die Initiatoren der Stiftung Dokumentation der Jugendbewegung, haben genau dies getan. Sie haben erkannt, dass es notwendig ist, über die Geschichte und die Nachwirkungen der historischen Jugend- und Protestbewegung in Deutschland und Europa auf der Basis eines wissenschaftlich aufbereiteten Archivs arbeiten, nachdenken und auch Konsequenzen ziehen zu können. Wie häufig, liegt auch hier der Schlüssel für die Beurteilung von heutigen Phänomenen und für die Entwicklung von zukunftsweisenden Konzepten in einer intensiven Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.

Ich halte es für unverzichtbar, dass diese einzigartige Sammlung auf der Burg Ludwigstein für die nordhessische Archivkulturlandschaft nicht nur erhalten bleibt, sondern auch weiterentwickelt und bekannt gemacht wird. Ich halte es für vorbildlich, wie Gründungsstifter der Stiftung Dokumentation der Jugendbewegung hier Initiative ergriffen haben. Ihre Entschlossenheit hat Beispielcharakter und verdient größtmögliche Unterstützung.

Die Stiftungsurkunde

Stiftungsurkunde

Ich freue mich, Ihnen heute nach Abschluss der Prüfungen im Regierungspräsidium, die Urkunde zur Genehmigung der "Stiftung Dokumentation der Jugendbewegung" übergeben zu können, und hoffe, dass die Arbeit der Stiftung erfolgreich ist und ihre Tätigkeit zur Sicherung des Archivs beiträgt. Ich danke Ihnen allen für Ihr vorbildliches Engagement und wünsche mir, dass Sie dieses auch in der Zukunft behalten."

(Aus der Ansprache der Regierungspräsidentin Oda Scheibelhuber
(Kassel) zur Übergabe der Stiftungsurkunde am 10. August 2000)

 

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